LRS – wenn Lesen und Schreiben mehr Kraft kosten
Es gibt Kinder, für die es unglaublich anstrengend ist, Lesen und Schreiben zu lernen. Das ist keine Faulheit und kein fehlender Wille. Es bedeutet letztlich: Der Zugang zu Sprache über Schrift braucht einen anderen Weg.
LRS verstehen
LRS bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben – oder beidem.
Oft geht es nicht um „Wissen“ oder „Verstehen“, sondern um Automatisierung:
Schrift bleibt länger anstrengend, fehleranfällig und kostet spürbar mehr Energie.
Das hat Folgen über die Schrift hinaus: Konzentration, Selbstwert und Lernmotivation geraten oft unter Druck.
Umso wichtiger ist ein Zugang, der entlastet, erklärt und Schritt für Schritt Sicherheit aufbaut.
Was LRS ist
- Anhaltende Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder beidem
- Häufig: langsameres Tempo, höhere Fehleranfälligkeit, schnellere Ermüdung
- Ein Lernweg, der mehr Struktur, Klarheit und Wiederholung braucht
Was LRS nicht ist
- Kein Maß für Intelligenz
- Nicht „nur Übungssache“
- Nicht automatisch ein Aufmerksamkeitsproblem (kann aber zusätzlich vorkommen)
Woran man es oft erkennt
Eltern merken es häufig nicht an einem einzelnen Symptom, sondern an einem Muster: Der Schriftbereich kostet überproportional viel Kraft – im Verhältnis zu dem, was das Kind sonst kann.
- Hausaufgaben dauern sehr lange, obwohl das Kind sich bemüht
- Lesen wirkt stockend oder anstrengend und wird eher gemieden
- Rechtschreibung bleibt „wacklig“, auch wenn Regeln verstanden werden
- Mündlich gelingt oft mehr als schriftlich
- Die Stimmung kippt rund um Schule: Rückzug, Ärger, Scham oder Bauchweh
Wenn Schrift zum Hindernis wird
Häufig ist nicht die LRS selbst das Schwerste, sondern das, was daraus im Alltag entsteht: Lesen und Schreiben werden immer wieder zum Stolperstein, begleitet von Korrekturen, Vergleich – und dem Gefühl, „nicht zu genügen“.
Daraus können Vermeidung, Widerstand oder Streit zu Hause entstehen. In solchen Situationen hilft es, den Rahmen zu verändern – nicht das Kind „zu reparieren“.
Merksatz: LRS bedeutet nicht, dass ein Kind weniger kann. Es bedeutet, dass der Weg über Schrift mehr Begleitung und Hilfestellung braucht.
Wie ich darauf blicke
Ich schaue gemeinsam mit Ihnen, was genau schwerfällt: Geht es eher ums Lesen, eher ums Schreiben, ums Tempo, um Sicherheit oder um die Automatisierung?
Gleichzeitig behalte ich im Blick, was bereits funktioniert: Stärken, Motivation, Lernzugang – und das, was Ihrem Kind im Alltag Halt gibt.
Ziel ist eine verständliche Einordnung, die Handlungsfähigkeit schafft – keine Etiketten. Wenn Sie mehr zur grundsätzlichen Abklärung lesen möchten, finden Sie das auf der Seite Diagnose.
Was wirklich hilft
Förderung wird dann wirksam, wenn sie nicht „mehr Druck“ erzeugt, sondern Orientierung. Ich arbeite dabei strukturiert und kleinschrittig – so, dass Sicherheit entstehen kann.
- Klare Struktur und nachvollziehbare Schritte
- Wiederholung so, dass Sicherheit wächst – ohne Drill
- Automatisierung gezielt unterstützen (Tempo, Muster, Routine)
- Strategien, die zum Kind passen – statt ein starres Programm
- Erfolgserlebnisse ermöglichen, damit Motivation wieder greifen kann
Wenn es hilfreich ist, bekommen auch Eltern Orientierung, wie Unterstützung zu Hause möglich ist, ohne dass der Alltag dauerhaft in „Schule“ kippt.
Häufige Fragen (FAQs)
Wächst sich das aus?
Bei manchen Kindern wird es mit der Zeit leichter – oft aber nicht „von selbst“. Was sehr häufig hilft, ist ein klarer, passender Lernweg, der Sicherheit aufbaut.
Hilft einfach mehr Üben?
Mehr Üben hilft nur dann, wenn es passend aufgebaut ist. Unpassendes Üben führt häufig zu mehr Frust, ohne dass die Automatisierung wirklich besser wird.
Was ist, wenn mein Kind blockt?
Blockieren ist oft ein Zeichen von Überforderung oder von wiederholten Misserfolgen. Dann braucht es zuerst Entlastung und einen Rahmen, in dem wieder kleine Erfolge möglich werden.
Ab wann ist Unterstützung sinnvoll?
Wenn Sie merken, dass der Schriftbereich dauerhaft viel Kraft kostet, Konflikte erzeugt oder das Selbstbild belastet, lohnt es sich, früh zu sortieren. Oft reicht schon eine klare Einordnung, um wieder Orientierung zu haben.
Und was ist mit Schule, Noten oder Nachteilsausgleich?
Das kann je nach Situation und Schule unterschiedlich sein. Wichtig ist zuerst, die Lage zu verstehen – und dann pragmatisch zu schauen, was im konkreten Fall sinnvoll und möglich ist.
Ein nächster Schritt
Wenn Sie sich unsicher sind, ob ihr Kind tatsächlich eine LRS hat, oder wenn Sie nach einer professionellen Förderung
in diesem Bereich suchen: Melden Sie sich gerne bei mir.
Dann schauen wir gemeinsam, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.